Grundlagen Computernetze


Prof. Jürgen Plate

Praktische Übungen Kommunikationsnetze

Vorbereitung

Informieren Sie sich über den Namen Ihres Rechners. Die Praktikumsrechner haben folgende Namen:
 
Merkur     Venus     Erde       Mars
Jupiter    Saturn    Uranus     Neptun
Pluto      Ceres     Eris
(wobei die letzten drei zu den sogenannten Zwergplaneten gehören). Ausserdem spielt der Server blackhole bei einigen Aufgaben eine Rolle.

Die Domain für alle Rechner ist da.private.fhm.edu. Dabei steht "da" für den Standort Dachauerstr. und "private" bedeutet, daß der Rechner im privaten (von aussen nicht erreichbaren) Netz steht.

Das Einloggen erfolgt in der grafischen Benutzeroberfläche GNOME mit dem XDM. Über Ihre Benutzeraccounts werden Sie im Praktikum informiert. Für einige Aufgaben ist die Root-Berechtigung notwendig. Der Wechsel in die Rolle des Superusers erfolgt mit dem Kommando sudo. Um eine Root-Shell zu erlangen, geben Sie demnach sudo bash ein. Der Login af anderen Rechnern erfolgt mittels der Secure Shell (ssh <user>@<rechner>) und zum Kopieren wird Secure Copy (scp) verwendet.

Das Abmelden erfolgt bei GNOME über das Menü Aktionen am oberen Bildschirmrand: Aktionen --> Abmelden. Das Herunterfahren des Rechners erfolgt mit dem Button rechts am oberen Bildschirmrand.

Einstieg

Es beginnt mit einer Demonstation eines managebaren Switches über Webinterface. Neben einfachen Managementfunktionen werden auch virtuelle LANs eingerichtet (Hintergrundinfo siehe Skript).

Switch/Bridge

Gegeben folgendes Netzwerk mit zwei selbstlernenden Bridges.

Die folgende Tabelle gibt an, in welcher Reihenfolge die Datenpakete im Netzwerk versendet werden. Markieren Sie in den Spalten "Bridgex Porty" mit einem "X", ob das entsprechende Paket über den Port ausgegeben wird.

SenderEmpfängerBridge 1
Port 1
Bridge 1
Port 2
Bridge 1
Port 3
Bridge 2
Port 1
Bridge 2
Port 2
AB     
CB     
EA     
FD     
DC     
BE     
DB     
FA     

Internet

Die folgende Übung dient dazu, einige Möglichkeiten der Internet-Dienste kennenzulernen. Es gibt verschiedene Angebote für die Informationsrecherche, die aber alle per WWW-Browser erreichbar sind. Informationen kann man finden in Letzteres sollte jedem geläufig sein, daher beschränkt sich die Aufgabe auf die ersten beiden Quellen.

Domainsuche/Whois

Suche in News-Archiven

Mit Hilfe des Servers www.google.de, Menü Groups kann man News-Artikel per WWW recherchieren. Suchen Sie nach Hinweisen auf die FAQ zur Programmiersprache C (C programming Frequently Asked Questions (FAQ list pointer)). Versuchen Sie möglichst viele Verweise zu Informationen zur C-Programmierung zu finden.

Netzplanung

Wiederholen Sie die Abschnitte "Netzverkabelung" und "Netzplanung" im Kapitel 9 des Skripts (Twisted-Pair-Verkabelung, www.netzmafia.de/skripten/netze/twisted.html) durch und bearbeiten Sie danach die folgende Aufgabenstellung. Eine Bearbeitung in Kleingruppen (max. drei Personen) ist erwünscht.

Berücksichtigen Sie dabei die Tatsache, dass es nicht die eine, ultimative Lösung gibt, sondern mehrere gleichwertige richtige Lösungen. Beachten Sie auch Kosten-, Geschwindigkeits- und Sicherheitsaspekte (z. B. die Frage: "Switch oder Hub?") und die Eventualität einer späteren Erweiterung.

Aufgabenstellung

Ein Bürogebäude mit 4 Stockwerken (siehe unten) und einer Grundfläche von etwa 25 x 10 Metern soll komplett neu vernetzt werden. Planen Sie das Netzwerk unter Verwendung von Hubs und Switches so, dass

3. Stock:2 Chefbüros (Büro + Vorzimmer, je 1 PC), Personalabteilung (2 PCs), Controlling (4 PCs)
2. Stock:Software-Entwicklung (4 Büros, je 4 PCs)
1. Stock:Vertrieb und Buchhaltung (4 Büros, je 3 PCs)
EG:Empfang (1 PC), Konferenzraum (1 PC), Serverraum (4 Server)

  1. Skizzieren Sie einen Übersichtsplan des Netzes und kommentieren Sie ihn.
  2. Stellen Sie eine Liste der benötigten Netzwerkkomponenten, Kabel usw. auf (Längen dürfen großzügig geschätzt werden).
  3. Informieren Sie sich über die Preise der benötigten Materialien (z. B. bei Transtec oder Lindy) und erstellen Sie eine Kostenschätzung sowie eine Einkaufsempfehlung.

Routing

Gegeben ist das abgebildete Netz, das aus den vier Teilnetzen 10.1.10.0, 10.1.20.0, 10.1.30.0 und 10.1.40.0 besteht. Die IP-Adressen der einzelnen Router-Interfaces sind ebenfalls eingetragen.

Beispiel: Routing-Tabelle des Rechners 10.1.10.1 (ganz links)

Destination     Gateway        Netmask        Iface    Bemerkung
10.1.10.1       0.0.0.0        255.255.255.0  eth0     Rechner-IP
127.0.0.0       0.0.0.0        255.0.0.0      lo       Loopback
0.0.0.0         10.1.10.254    0.0.0.0        eth0     Default-Gateway

Beispiel: Routing-Tabelle des Routers 1
Destination     Gateway        Netmask        Iface    Bemerkung
10.1.10.0       0.0.0.0        255.255.255.0  eth0     Netz an eth0
127.0.0.0       0.0.0.0        255.0.0.0      lo       Loopback
10.1.20.0       0.0.0.0        255.255.255.0  eth1     Netz an eth1
0.0.0.0         10.1.20.253    0.0.0.0        eth1     Default-Gateway
Ergänzen Sie die Routing-Tabellen für die Router 2 und 3 sowie für die Rechner 10.1.30.3 und 10.1.40.15.

TCP und höhere Protokolle

Schreiben Sie sich selbst mittels des Protokolls SMTP eine E-Mail und holen Sie diese E-Mail mit dem Protokoll POP3 wieder ab.
  1. Versenden Sie per Telnet (Port 25) eine E-Mail an sich selbst. Verwenden Sie hierzu den Mail-Server des Labors, blackhole als Zielsystem. Verwenden Sie dazu das SMTP-Protokoll (RFC 2821) sowie als Format für die E-Mail den RFC 2822. Kommando: telnet blackhole smtp.
  2. Holen Sie sich anschließend Ihre E-Mail wieder vom i Mail-Server mittels Telnet und verwenden Sie hierfür das POP3-Protokoll (RFC 1939). Kommando: telnet blackhole pop3.

Netzwerk-Einrichtung

Vorbemerkung: Warum machen wir das unter Linux und nicht mit Windows? Weil man bei Linux mit den paar unten angegebenen Kommandos ganz genau sehen kann, was bei den einzelnen Schritten geschieht. Bei Windows würden Sie nur ein wenig rumklicken und die meiste Zeit damit verbringen, zu warten, bis der Rechner wieder gebootet hat.

Die Praktikums-Rechner sind für Adressen aus dem privaten A-Sub-Netz 10.27.210.x konfiguriert. Sie sollen nun für das Praktikum die Rechner so umkonfigurieren, daß diese Rechner in einem privaten Netz mit Adressen aus dem Bereich 172.20.20.x liegen. Das Ganze soll nur temporär erfolgen; beim nächsten Restart des Rechners soll alles wieder so sein wie vorher.

  1. Planen Sie erst das gesamte Netzwerk (Vergabe der Adressen) gemeinsam. Sie können als Anhaltspunkt die aktuelle Zuordnung der Datei /etc/hosts verwenden:
    # die Planeten im Labor
    10.27.210.17    merkur.da.private.fhm.edu    merkur
    10.27.210.18    venus.da.private.fhm.edu     venus 
    10.27.210.19    erde.da.private.fhm.edu      erde
    10.27.210.20    mars.da.private.fhm.edu      mars
    10.27.210.21    jupiter.da.private.fhm.edu   jupiter
    10.27.210.22    saturn.da.private.fhm.edu    saturn
    10.27.210.23    uranus.da.private.fhm.edu    uranus
    10.27.210.24    neptun.da.private.fhm.edu    neptun
    10.27.210.25    pluto.da.private.fhm.edu     pluto
    10.27.210.26    ceres.da.private.fhm.edu     ceres
    10.27.210.27    eris.da.private.fhm.edu      eris
    
  2. Sehen Sie sich auch die aktuelle Konfiguration mit den Programmen ifconfig, route und netstat an und beschreiben Sie diese.
  3. Testen Sie die Verbindung zwischen den Rechnern mit dem Programm ping.
  4. Löschen Sie die aktuelle IP-Zuordnung mit ifconfig und route. Beobachten Sie das Verhalten, wenn Sie unterschiedliche Rechner vom Netz nehmen. Welche Fehler- bzw. Statusmeldungen liefert Ihnen ping?
  5. Testen Sie nochmals die Verbindung zwischen den Rechnern. Nun darf keine Verbindung mehr zustande kommen.
  6. Richten Sie nun mittels ifconfig die neue IP-Adresse und mittels route das neue Netz ein. Protokollieren Sie alle Kommandoeingaben in einer Textdatei. Diese Datei soll dann später als Shell-Script für die automatische Umkonfigurierung verwendet werden können.
  7. Testen Sie nun die Verbindung zwischen allen Rechnern. Stellen Sie mit Hilfe des Kommandos arp die Zuordnung zwischen IP-Nummer und MAC-Adresse fest.
  8. Leider sind die Rechner bisher nur über die numerische Adresse erreichbar. Erweitern Sie die Datei /etc/hosts um eine Zuordnung zwischen IP-Adresse und Namen zu erreichen. Nehmen Sie die ursprünglichen Namen und hängen Sie einfach eine "1" an (doc wid also zu doc1).
  9. Tragen Sie nun mittels des route-Kommandos den Rechner blackhole (172.20.20.254) als Default-Gateway ein. Versuchen Sie den Rechner www.ee.hm.edu anzupingen und testen Sie danach den Zugang zum Internet.
  10. Verwenden Sie das traceroute-Kommando, um den Weg zu einem entfernten Rechner im Internet anzuzeigen. Der Rechner blackhole taucht nun als erster Router auf.