Arduino

Prof. Jürgen Plate

Arduino unter Ubuntu installieren

Es scheint eigentlich sehr einfach zu sein, die Arduino-IDE unter Ubuntu zu installieren - einfach das Paket mit Aptitude oder apt-get auf dem Rechner vollautomatisch einrichten. Nur leider ist die Version im Repository von Ubuntu schon etwas in die Jahre gekommen. Da ist es besser, sich die frische Version direkt von der Arduino-Webseite zu holen. Bei der Gelegenheit kann man dann auch gleich noch etwas tunen.

Arduino unter Ubuntu 12.04/14.04 installieren

Die Installation läuft in einigen Schritten ab. Da alle Kommandos Root-Berechtigung erfordern, erzeugen Sie sich am Besten mit sudo bash eine Root-Shell. Um die Arduino-Oberfläche zu installieren, gehen Sie folgendermaßen vor.

Jetzt wird das Ganze noch etwas aufgemotzt. Die Arduino-IDE verwendet das Swing-Fenstersystem anstelle von GTK, was bei manchen Rechnern zu einer IDE führt, die etwas holperig läuft. Das lässt sich durch Editieren des Arduino-Startscripts ändern:

cd arduino  # falls Sie nicht schon/noch im Verzeichnis sind
test -f arduino.orig || cp arduino arduino.orig # Backup anlegen
# Hier wird der ganze Schlauch "-Dswing..." entfernt
sed -e 's/^java.*$/java processing.app.Base/' < arduino.orig > arduino

Arduino unter Ubuntu 16.04 installieren

Die Installation läuft hier einfacher ab. Da alle Kommandos Root-Berechtigung erfordern, erzeugen Sie sich auch hier mittels sudo bash eine Root-Shell. Um die Arduino-Oberfläche zu installieren, gehen Sie folgendermaßen vor:

Serielle Schnittstelle freigeben

Damit der User auch über die serielle Schnittstelle mit dem Arduino kommunizieren darf, muss er gegebenenfalls noch in die Gruppen "tty" und "dialout" aufgenommen werden:

usermod -a -G tty $USERNAME
usermod -a -G dialout $USERNAME

Mit dem neueren Modellen des Arduino Uno hat ja auch der Chip für die USB-Anbindung gewechselt, es ist nicht mehr der gute alte FTDI-Baustein. Deshalb heisst das Device auch anders, nämlich /dev/ttyACM0. Nach dem letzten Update der Arduino-IDE zeigte sich plötzlich das Phänomen, dass die serielle Schnittstelle zum Arduino in der IDE nicht ausgewählt werden konnte. Grund dafür waren die unzureichenden Zugriffrechte. Da kann man aber gleich Nägel mit Köpfen machen und ein für alle mal passende UDEV-Regeln formulieren und in der Konfiguration verankern. Die Kommandofloge trägt dann passende Regeln für den Arduino in die Datei ein:

sudo su
cat <<EOF >> /etc/udev/rules.d/50-local.rules 
#Arduino FTDI + NANO
ACTION=="add", SUBSYSTEMS=="usb", ATTRS{idProduct}=="6001", ATTRS{idVendor}=="0403", RUN+="chmod 555 /dev/ttyUSB0"
#Arduino UNO
ACTION=="add", SUBSYSTEMS=="usb", ATTRS{idProduct}=="0043", ATTRS{idVendor}=="2341", RUN+="chmod 555 /dev/ttyACM0"
EOF
udevadm control --reload-rules
Wer möchte, kann auch die Zeilen noch duplizieren und für die Devices /dev/ttyUSB1 und dev/ttyACM1 erweitern - falls mal zwei Arduinos am PC stecken. In manchen Fällen macht auch der Modemmanager von Ubuntu Ärger. Wenn Sie sowieso keine Modems etc. im EInsatz haben, können Sie den Modemmanager auch löschen:
sudo apt-get remove modemmanager

Starter auf dem Desktop

Zum Schluss kann man der IDE noch einen Starter auf dem Desktop spendieren. Wer die deutsche Version installiert hat, muss statt "Desktop" "Arbeitsfläche" verwendet werden:

cat < /home/$USERNAME/Desktop/Arduino.desktop
#!/usr/bin/env xdg-open

[Desktop Entry]
Version=1.0
Type=Application
Terminal=false
Icon[de_DE]=arduino
Name[de_DE]=Arduino
Exec=/usr/bin/arduino
Name=Arduino
Icon=arduino
Comment=Arduino
EOF7
chmod 755 /home/$USERNAME/Desktop/Arduino.desktop
chown $USERNAME.$USERNAME /home/$USERNAME/Desktop/Arduino.desktop


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